Zertifizierte Rebflächen erreichen neues Rekordniveau

von Alexandra Otto 03/03/2026
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Zertifizierte Rebflächen erreichen neues Rekordniveau

Österreich baut seine internationale Vorreiterrolle im umweltbewussten Weinbau weiter aus: Bereits 12.324 Hektar Rebfläche werden nach dem umfassenden, unabhängig kontrollierten Nachhaltigkeitsprogramm „Nachhaltig Austria“ bewirtschaftet. Das entspricht 28 % der gesamten österreichischen Weinbaufläche – so viel wie noch nie. 

Nachhaltigkeit ist im österreichischen Weinbau längst kein Nischenthema mehr, sondern gelebte Praxis. Aktuell sind mehr als 700 Weinbaubetriebe mit dem Gütesiegel „Nachhaltig Austria“ zertifiziert und sie bewirtschaften über 12.000 Hektar Rebfläche – das entspricht rund 28 Prozent der gesamten Weingartenfläche des Landes. Parallel dazu ist auch der biologische Weinbau stark etabliert: 25 Prozent der österreichischen Rebfläche sind bio-zertifiziert – ein internationaler Spitzenwert, der Österreich weltweit auf Platz eins positioniert. Mehr als jeder zehnte Bio-Weingarten wird darüber hinaus biodynamisch bewirtschaftet - und diese Zahlen zeigen deutlich, welchen Stellenwert umweltbewusster Weinbau hierzulande einnimmt.

Das Gütesiegel „Nachhaltig Austria“ wurde vom Österreichischer Weinbauverband gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelt und 2015 eingeführt. Ziel war es, Nachhaltigkeit messbar und transparent zu machen – über alle Bereiche eines Weinguts hinweg. Dabei werden rund 400 Kriterien geprüft: von der Arbeit im Weingarten über Kellertechnik und Energieeinsatz bis hin zu sozialen und wirtschaftlichen Aspekten. Die Zertifizierung bringt nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Vorteile: In wichtigen Exportmärkten wie Skandinavien oder Kanada spielen glaubwürdige Umweltstandards eine zunehmend entscheidende Rolle bei Kaufentscheidungen.

Die Erhebung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen erfolgt über ein digitales Tool, das Transparenz schafft und eine kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglicht, die Kontrolle übernehmen unabhängige externe Stellen. Die ausgewerteten Daten zeigen konkrete Effekte: Auf 84 Prozent der zertifizierten Rebflächen wird – zusätzlich zum österreichweiten Glyphosatverbot – vollständig auf Herbizide verzichtet, 80 Prozent kommen ohne Insektizide aus. Und auch im Energiebereich sind deutliche Fortschritte sichtbar. Erneuerbare Quellen wie Photovoltaik, Biomasse oder zertifizierter Ökostrom decken mittlerweile fast 80 Prozent des Energieverbrauchs der zertifizierten Betriebe. 38 Weingüter arbeiten sogar vollständig energieautark.

Darüber hinaus gewinnt das Thema Ressourceneffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette an Bedeutung. Leichtglasflaschen, recyclingfähige Verpackungen und optimierte Logistik reduzieren den ökologischen Fußabdruck. Mehr als 70 Prozent der Betriebe nutzen Maschinen gemeinschaftlich – ein Modell, das Emissionen senkt und regionale Kooperation stärkt.

Fazit: Österreichs Weinwirtschaft zeigt damit, dass Qualität und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sind. Im Gegenteil: Der bewusste Umgang mit Boden, Energie und Ressourcen ist zunehmend Teil der Identität des österreichischen Weins – und ein Faktor, der auch international wahrgenommen wird.