Der Jahrgang 2025 verspricht klassisch österreichischen Weingenuss, denn sämtliche Weiß- und Rotweine präsentieren sich frisch, elegant und fruchtbetont mit tollem Sortenausdruck und moderatem Alkoholgehalt.
Der freundliche und teils überdurchschnittlich sonnige Winter war von milden Temperaturen und Trockenheit geprägt, lediglich im südlichen und westlichen Bergland gab es im Jänner gute Niederschläge. Der Frühling 2025 war dafür durch starke Gegensätze geprägt: Setzte sich das warm-trockene Wetter Anfang März fort, gab es in den östlichen Bundesländern ab dem zweiten Monatsdrittel einen markanten Wetterumschwung. Zwar blieb es weiterhin warm und phasenweise überdurchschnittlich sonnig, doch war der Monat durch zwei markante Regenphasen um die Mitte und gegen Ende des Monats geprägt. Diese brachten in Teilen Niederösterreichs und der Steiermark mehr als die doppelte Wassermenge eines durchschnittlichen Jahres und selbst im Burgenland gab es nachhaltige Regenfälle, wodurch die Wasserreserven zum Teil wieder aufgefüllt wurden.
Aufgrund des wechselhaften Wetters verlief die Entwicklung der Reben etwas verzögert. Das erwies sich nachträglich als vorteilhaft, denn im ersten Aprildrittel erfolgte ein Kälteeinbruch, der jedoch den noch nicht ausgetriebenen Reben nichts anhaben konnte. Warme und recht trockene Bedingungen führten schließlich Mitte bis Ende April zum Austrieb. Nachdem die weitere Entwicklung der Reben im Mai durch grossteils unfreundliches Wetter mit ungewöhnlich tiefen Temperaturen gebremst wurde, änderte sich das Wetter Ende des Monats fast schlagartig: Hohe Temperaturen und viel Sonnenschein befeuerten das Wachstum der Reben. Im heißen Juni mit günstiger Niederschlagsverteilung erfolgte dann die relativ späte, dafür prächtig verlaufende Blüte. Ein sehr guter Ansatz gab berechtigte Hoffnung auf eine auch quantitativ gute Erntemenge, was nach dem mengenmäßig kleinen Jahr 2024 für Erleichterung sorgte. Großflächige Hagelschläge blieben aus.
Der Sommer gestaltete sich nach einem warm-trockenem Start wechselhaft. Ungewöhnlich kühle Temperaturen und wiederholte Regenfälle im Juli sorgten für eine langsame Entwicklung mit kräftigem vegetativem Wachstum. Der August war hingegen von viel Sonne und wechselnden Temperaturen ohne Extreme gekennzeichnet, was gute Fortschritte beim Rebenwachstum ermöglichte. In den meisten Gegenden war es eher trocken, lediglich im Nordburgenland rund um den Neusiedler See gab es vor allem Ende des Monats kräftige Niederschläge. Relativ warme Temperaturen im September beschleunigten die Beerenreife, wobei regelmäßige Regenschauer, die in der Steiermark auch kräftig ausfielen, insbesondere bei dünnhäutigen Sorten eine erhöhte Gefahr von Botrytisinfektionen mit sich brachten. Dank vielfach akribischer Selektion und der meist im Eiltempo durchgeführten Lese konnte aber mehrheitlich gesundes, physiologisch reifes Traubenmaterial eingebracht werden. Rasches Einsetzen der Edelfäule und gute Säurewerte lassen deshalb auf einen großen Süßweinjahrgang hoffen.