Sie zeigen, was das Traisental alles kann: Winzerin Viktoria Preiß und ihr Partner Klaus Wiebogen haben das Weingut ihrer Familie auf ein neues Qualitätsniveau gehoben, führten es zur Bio-Zertifizierung – und die nächsten Schritte sind bereits in Planung. Das kühle Traisental mit seinen einzigartigen Kalkböden gilt zwar noch als Geheimtipp - das aber vermutlich nicht mehr lange.
Seit mehr als hundert Jahren betreibt die Familie Preiß in Theyern im Traisental eine gemischte Landwirtschaft. Mittlerweile ist die fünfte Generation am Steuer und den Weinbau-Teil des Betriebs leitet heute Viktoria Preiß, die auch internationale Branchenerfahrung in den Familienbetrieb bringt. Mit ihrem Partner modernisierte sie das Weingut und stellte auf Bio-Weinbau um. Unter dem Namen „Weinkultur Preiß” verfügt das junge Paar mittlerweile über ein faszinierendes Lagen-Portfolio.
Ihr größter Schatz ist die Ried Brunndoppel: sie zählt zu den spannendsten Lagen im Traisental und wird seit 1953 zu 100 Prozent von Familie Preiß bewirtschaftet. Wenn das Traisental als unterschätzter Star unter Österreichs Weinbaugebieten gilt, dann ist die Ried Brunndoppel in Nußdorf ob der Traisen der Geheimtipp unter den Geheimtipps, denn die kargen Kalkböden in Kombination mit dem kühlen Klima des Traisentals garantieren den Weinen einen hocheleganten, animierenden und komplexen Charakter. Die Lage ist ein echter Gewinner des Klimawandels: „Cool Climate“-Weine sind nicht nur ein Trend, sondern eine zukunftsträchtige Stilistik mit großem internationalem Potenzial. Der Grüne Veltliner und Chardonnay aus der Monopollage der Familie Preiß entsprechen perfekt dem Wunsch nach engmaschigen, eleganten und kühlfruchtigen Weinen.
Während sich Viktoria Preiß um die Vinifizierung im Keller und die Vermarktung kümmert, leitet Klaus Wiebogen die Arbeiten im Weingarten. Der Quereinsteiger setzt sich intensiv mit nachhaltiger Landwirtschaft und Biodiversität auseinander. Die Bio-Zertifizierung ist für die beiden eine Selbstverständlichkeit; sie wollen Lebensräume für Nützlinge schaffen, die Kreisläufe der Natur verstehen und ihre Balance wahren.
Die Obstkompetenz von Viktoria Preiß kann man auch an ihren Weinbeschreibungen ablesen: Der Chardonnay aus der Ried Brunndoppel schmeckt nicht einfach nach Apfel, sondern nach Cox Orange-Apfel. Der Grüne Veltliner erinnert an Nashi-Birne, die Ried Pletzengraben verleiht dem Riesling nicht bloß Steinobst-Noten, sondern den Duft von Weingartenpfirsichen. Es gibt aber auch direkte Überschneidungen zwischen Preiß Fruchtkultur und Weinkultur Preiß: So erfreut sich etwa der Pet Nat Apfelkönigin – ein mit viel handwerklichem Aufwand gekelterter Cidre aus Baya Marisa-Äpfeln mit 6,5%vol Alkohol – großer Beliebtheit bei den Kunden und Kundinnen.
Es geht bei Weinkultur Preiß aber auch ganz ohne Alkohol. Auf entalkoholisierten Wein verzichtete die Traisentalerin bewusst. Statt einem Natur-Produkt einen Bestandteil zu entziehen, setzt der Bio-Betrieb lieber auf eine Alternative, die ganz ohne Alkohol auskommt. Rosella ist ein unvergorener Traubensaft mit koffeinfreiem Blütentee. Zwei ihrer 13 Hektar Weingartenfläche hat Familie Preiß für alkoholfreie Traubenprodukte reserviert.