Die Gewinner der Austro Vin-Awards 2026

von Alexandra Otto 03/02/2026
Nachrichten
Die Gewinner der Austro Vin-Awards 2026

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Fachmesse Austro Vin wurden auch in diesem Jahr die Innovationspreise verliehen. Ausgezeichnet wurden bemerkenswerte Entwicklungen und Geräte der Messeaussteller, die mit hoher Praxisnähe, technischer Raffinesse und einem klaren Blick auf die Herausforderungen von morgen, überzeugen. 

Mit den diesjährigen Innovationspreisen zeigt die Austro Vin einmal mehr, wie viel Know-how, Kreativität und Praxisorientierung in der Branche stecken – und wie technologische Entwicklungen dazu beitragen, Wein- und Obstbau nachhaltig, sicher und zukunftsfähig zu gestalten.

„Helios Wine“ – Spätfrostschutz-System von Hofstätter Technologies

In der Kategorie Weinbau ging der Innovationspreis an das Spätfrostschutz-System „Helios Wine“ von Hofstätter Technologies. Entwickelt wurde das System von Elektrotechniker Helmut Hofstätter in Österreich in Zusammenarbeit mit der Wein- und Obstbauschule Silberberg sowie der Versuchsstation Haidegg. Es stellt eine konsequente Weiterentwicklung der klassischen Kordonheizung dar. Das System arbeitet mit Folienabdeckungen, die mittels Klettverschluss direkt in der Traubenzone angebracht werden und dort für thermisch stabile Bedingungen sorgen. So werden empfindliche Gescheine zuverlässig bis zu Temperaturen von –5 bzw. –7 °C geschützt. Als derzeit einziges Frostschutzsystem im Weinbau ist „Helios Wine“ auch bei Windfrost wirksam. Gleichzeitig überzeugt die Lösung durch ihren vergleichsweise niedrigen Energiebedarf von rund 7,5 W pro Meter bzw. 27 kW pro Hektar.

„Spritzengel“ – Pflanzenschutzroboter von Greenhive

In der Kategorie Obstbau entschied sich die Jury für den elektrischen Leichtbau-Pflanzenschutzroboter „Spritzengel“ des südsteirischen Unternehmens Greenhive. Der nur 370 Kilogramm schwere, autonom fahrende Geräteträger kann sowohl selbstständig als auch per Fernsteuerung eingesetzt werden und misst kompakte 1,3 × 1,9 Meter. Ausgestattet mit einem 200- oder 300-Liter-Tank, einem regelbaren Gebläse und einem praktischen Wechselakku-System ist der Spritzengel für den Dauereinsatz konzipiert. Die Motorleistung von 6 kW ermöglicht den Einsatz in Hanglagen mit bis zu 70 Prozent Steigung. Dank seiner leichten Bauweise kann das Gerät auch nach Niederschlägen eingesetzt werden, ohne Bodenverdichtungen zu verursachen oder Mitarbeitende im steilen Gelände einem erhöhten Risiko auszusetzen. Der Start der Serienproduktion ist für Ende 2026 geplant.

Bioreaktor „LEV 2050“ – vertrieben von Richard Wagner Kellereibedarf

In der Kategorie Kellereitechnik wurde der Bioreaktor „LEV 2050“ der spanischen Firma LEV 2050 ausgezeichnet, der in Deutschland von Richard Wagner Kellereibedarf vertrieben wird. Das System ermöglicht die gezielte Vermehrung von Hefen und Bakterien in einem geschlossenen, hygienisch kontrollierten Prozess. Temperatursteuerung, effiziente Durchmischung, Belüftung mit Sterilluft sowie eine vollautomatische Prozesskontrolle sorgen für stabile und reproduzierbare Ergebnisse. Durch die betriebseigene Hefevermehrung können sowohl Reinzuchthefen als auch indigene Stämme in großen Mengen kultiviert werden, was die Gärsicherheit deutlich erhöht. Vor allem für größere Betriebe eröffnet dies die Möglichkeit, mittel- bis langfristig Kosten für externe Hefezukäufe zu reduzieren.

„GoLow“ Alkoholreduktionsanlage von Sengl-Pridt

Der Innovationspreis in der Kategorie Vermarktung ging an Sengl-Pridt für die Alkoholreduktionsanlage „GoLow“, die seit dem vergangenen Jahr am Markt verfügbar ist. Das System greift ein hochaktuelles Thema auf und bietet eine technologische Antwort auf veränderte Konsumgewohnheiten und neue Marktanforderungen. „GoLow“ basiert auf Membrankontaktortechnologie und ermöglicht eine besonders schonende Reduktion des Alkoholgehalts von Wein mittels osmotischer Destillation unter atmosphärischem Druck. Der Prozess ist darauf ausgelegt, die sensorische Integrität des Weins zu bewahren und gleichzeitig gezielt in die Weinstilistik eingreifen zu können. Gerade diese präzise Steuerbarkeit eröffnet neue Möglichkeiten in der Produktion leichter, moderner Weine, die verstärkt nachgefragt werden. Studien an der HBLA Klosterneuburg sowie an der Weinbauschule Krems bestätigen die positiven sensorischen Effekte einer moderaten Alkoholreduktion von bis zu 20 Prozent. Die Weine zeigten eine verbesserte Balance, mehr Frische und eine klare Stilistik – Eigenschaften, die sowohl im Handel als auch bei Konsumenten zunehmend geschätzt werden.