Die VieVinum 2026 hat gezeigt, was der österreichische Wein gerade braucht: Austausch, Selbstbewusstsein und Lust auf Vielfalt. Unter dem Motto „The Power of Wine“ rückte Österreichs internationale Weinmesse in der HOFBURG Vienna jene positive Kraft in den Mittelpunkt, die Wein weit über das Glas hinaus entfaltet. Rund 15.000 Besucher:innen und 550 Aussteller:innen machten die Messe erneut zu einem zentralen Treffpunkt für Winzer:innen, Handel, Gastronomie, Sommellerie und internationalen Fachmedien.
Nach herausfordernden Jahren war die Stimmung bei der VieVinum 2026 spürbar optimistisch - und so wurde die Messe nicht nur zur Leistungsschau der heimischen Weinwirtschaft, sondern auch zum Stimmungsbarometer einer Branche, die sich neu sortiert und wieder stärker nach vorne blickt. Individualität bei Weinstilen, Herkunftsprofilen und Betriebsphilosophien ist längst selbstverständlich geworden. Gleichzeitig wächst die Offenheit für neue Themen, neue Konsument:innen und neue Formen des Weinerlebens. Im Zentrum stand dabei nicht nur das Verkosten, sondern auch der persönliche Austausch. Für viele Fachbesucher:innen war gerade die Begegnung mit Winzer:innen, Kolleg:innen und internationalen Partnern ein entscheidender Grund für den Messebesuch. Wein zeigte sich auf der VieVinum wieder einmal mehr auch als soziales Produkt: Er verbindet Menschen, Regionen, Geschichten und Märkte.
Auch die Eröffnung unterstrich den besonderen Stellenwert der Messe. Dr. Johannes Abentung, Generalsekretär im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, hob Wein als nicht kopierbares Naturprodukt hervor und betonte seine kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung. Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager verwies auf die besondere Bühne der HOFBURG Vienna, die der VieVinum ihren unverwechselbaren Rahmen gibt und sie für viele zur wohl schönsten Weinmesse der Welt macht. Ein wichtiger internationaler Impuls kam erneut durch die Österreich Wein Marketing. Auf Einladung der ÖWM reisten rund 1.000 internationale Händler:innen, Gastronom:innen, Sommelières und Sommeliers sowie Journalist:innen nach Wien. Damit bestätigte die VieVinum einmal mehr ihre Rolle als Schaufenster des österreichischen Weins in die Welt.
Besonders lebendig zeigte sich auch das Programm der School of Wine. Die Bandbreite reichte von tiefgehenden Fachverkostungen und großen Jubiläumstastings bis zu kontroversen Diskussionen über Weinstile, Zukunftsfragen im Weinbau und humorvollen Formaten. Für Aufmerksamkeit sorgte etwa ein vinophiles Ländermatch zwischen Niederösterreich und Italien, kommentiert von Fußballlegende Herbert Prohaska, Sportmoderator Rainer Pariasek und Annemarie Foidl, Präsidentin der Sommelier Union Austria. Sportlich blieb es auch beim traditionellen Riesling-Länderkampf zwischen Österreich und Deutschland. Unter der Leitung von Walter Kutscher vom Wiener Sommelierverein und Harald Scholl, Chefredakteur von VINUM Deutschland, traten zwei önologische Nationalteams zum Thema „Riesling 2022“ gegeneinander an. Nach einem starken deutschen Start drehte Österreich das Match schließlich knapp für sich - inklusive augenzwinkernder Cordoba-Assoziationen. Als Gastland rückte heuer Georgien in den Fokus. Botschafter Alexander Maisuradze erinnerte daran, dass Wein in Georgien nicht nur Genussmittel, sondern Teil nationaler Identität ist. Mit seiner rund 8.000 Jahre alten Weintradition gilt das Land als Wiege des Weins und brachte damit eine historische Dimension in das internationale Messegeschehen.
Ein starkes Zeichen setzte die VieVinum auch mit ihrem Engagement für den Nachwuchs. Die Gerd A. Hoffmann-Akademie, seit 2022 Teil der Jugendarbeit der Messe, brachte 2026 erneut 13 junge Talente der österreichischen Winzerschaft mit Mentor:innen aus Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Neu war die Einbindung ehemaliger Absolvent:innen als „Buddys“, die den aktuellen Mentees beratend zur Seite standen. Durch Kooperationen mit Gastronomiebetrieben als „Homebases“ erhielten die jungen Winzer:innen zusätzliche Präsentationsflächen für sich und ihre Weine. Neue Impulse setzte auch die Tasting-Zone im Orchestergang. Dort führte die Sommelier Union Austria durch einen Verkostungsparcours rund um persönliche Geschmacksvorlieben. Wein Steiermark präsentierte prämierte Sauvignon Blancs, während Wein Burgenland mit „Junges Burgenland – Next Generation“ zwölf junge Winzer:innen einer neuen Jugendinitiative vorstellte.
Ein eigenes Kapitel widmete die Messe dem Trendthema alkoholfreie Alternativen. In der Zone Zero konnten rund 80 alkoholfreie Produkte verkostet werden. Begleitende Talks und Diskussionen zu Herstellung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zeigten, wie dynamisch sich diese Getränkekategorie entwickelt. Mit dem Austrian Zero Award 2026, tasted by Del Fabro Kolarik & Partner, erhielt das Thema zusätzlich eine öffentlichkeitswirksame Bühne. Zu den Ergebnissen geht es hier entlang.
Die VieVinum 2026 machte damit deutlich: Österreichs Weinbranche steht nicht still. Sie pflegt Tradition, öffnet sich neuen Realitäten und sucht den Dialog mit einem breiteren Publikum. Zwischen imperialer Bühne, internationalen Gästen, jungen Talenten, alkoholfreien Alternativen und großer Herkunftsvielfalt entstand ein Bild von Wein, das zeitgemäß und zuversichtlich wirkt. Oder anders gesagt: „The Power of Wine“ war auf dieser VieVinum nicht nur ein Motto, sondern auch spürbar.